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Rechnungslegung und Steuerlehre – ein Erfahrungsbericht

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Rechnungslegung und Steuerlehre gilt unter manchen Wirtschaftsrechtstudenten als die einzige SBWL, die für WIRE wirklich Sinn macht. Dementsprechend groß ist meistens auch der Andrang. Das Kontingent, welches jedes Semester 120 Studenten umfasst, reicht nicht aus, um allen Bewerber einen Platz in der SBWL zu geben. Im Großen und Ganzen war ich mit Rechnungslegung und Steuerlehre sehr zufrieden, da versucht wird, einen Praxisbezug herzustellen, und die Kenntnisse im Bereich des externen Rechnungswesens und des Steuerrechts gut vertieft und erweitert werden.

Das Aufnahmeverfahren – wenig Aufwand bei guten AMC Noten

Mir wurde diese SBWL von Freunden aus dem Wirtschaftsrechtsstudium empfohlen, weil sie als einzige einen größeren rechtlichen Bezug hat. Dieser Fakt bewahrheitete sich dann auch. Außerdem war das System mit nur 2 PIs und einer anschließenden Fachprüfung für mich vorteilhaft, weil man im Hauptstudium schon genug PIs hat und ich mir so wenigstens hier Zeit in Vorlesungen ersparen konnte.

In meinem 2. Semester auf der WU habe ich mich noch kaum mit den SBWLs beschäftigt und wusste daher auch nicht, welche Kriterien für die Aufnahme in eine bestimmte SBWL ausschlaggebend waren. Im Nachhinein gesehen hatte ich in dieser Hinsicht Glück, dass ich auch ohne dieses Wissen in den beiden AMCs gute Noten geschrieben habe und somit das Aufnahmeverfahren für mich kein Problem mehr war.

Kick-Off und Kurs 1 – das erste Semester

Nachdem man die Bestätigung erhalten hat, dass man in die SBWL aufgenommen wurde, wird man gleich zum Kick-Off Event bei PWC eingeladen. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist verpflichtend und soll sowohl dem Kennenlernen untereinander als auch der Vorstellung eines Praxispartners dienen. Das gelingt mit ein paar Workshops nicht schlecht, allerdings dauerte das Ganze für mein Empfinden mit 3-4 Stunden etwas zu lange.

Kurs 1 (Grundzüge der Bilanzierung und Unternehmensbesteuerung) ist die einzige PI, die im ersten Semester absolviert wird. Außerdem wird empfohlen den Kurs 3 (Investition, Finanzierung und Steuern) bereits im ersten Semester zu besuchen. Dies ist meiner Meinung nach allerdings wenig förderlich, weil der Stoff aus diesem Kurs erst in der Fachprüfung, die man frühestens ein halbes Jahr später absolviert, abgeprüft wird. Zwar hat man in den sogenannten FVPs die Möglichkeit Mitarbeitspunkte für die Fachprüfung zu sammeln, das kann allerdings auch im 2. Semester der SBWL gemacht werden.

Kurs 1 beginnt normalerweise gleich zu Beginn des Semesters und war zu meiner Zeit auch nur halbsemestrig. Im ersten Teil der PI wurden Grundlagen der Unternehmensbesteuerung vorgetragen. Nachdem ich bereits alle Steuerrechtskurse aus dem Hauptstudium zu diesem Zeitpunkt absolviert hatte, war für mich in diesem Bereich nichts Neues mehr dabei und auch die Prüfung war leicht zu absolvieren. Der 2. Teil wird dem externen Rechnungswesen gewidmet. Die Kenntnisse aus AMC 1 und 2 werden vertieft und etwas ausgebaut. Mit kurzer und intensiver Vorbereitung ist aber auch dieser Teil leicht zu absolvieren.

Kurs 2: Unternehmenskonsolidierung & Jahresabschlussanalyse – neue interessante Kenntnisse

Nicht nur der interessante Themenbereich, sondern auch ein sehr guter Vortrag mit fairer Benotung machten diesen Kurs zum Besten in der SBWL. Neben einer Endklausur wurden in meinem Semester die weiteren Punkte durch sogenannte E-Learning Klausuren, Mitarbeit und 2 kurze Gruppenarbeiten vergeben.

Vor allem im Kurs 2 wird versucht, einen starken Praxisbezug herzustellen. Durch einen externen Vortragenden und einer Einheit, in der die Unternehmenskonsolidierung von einem Praxispartner im Konzern vorgestellt wurde, wurde dieses Ziel sehr gut erreicht. Auch wenn dieser Kurs durch die unterschiedlichen Bewertungsmethoden und den neuen Stoffbereichen aufwendiger ist als Kurs 1, stellt auch diese PI keine wirklich große Herausforderung dar und wird auch schon einen Monat vor dem Semesterende abgeschlossen.

Die Fachprüfung – das (große) Finale

Bei der Fachprüfung der SBWL Rechnungslegung und Steuerlehre werden nicht nur die Kenntnisse der drei weiteren LVs geprüft, sondern es zählen auch Kurs 1 und 2 zum Stoffumfang. Außerdem werden auch Fragen zu aktuellen Fachartikeln gestellt.

Natürlich ist der Lernaufwand für eine Fachprüfung höher als für eine gewöhnliche Endprüfung einer PI oder für eine LV Prüfung. Allerdings ist auch diese Prüfung machbar und nicht mit anderen Fachprüfungen im Wirtschaftsrechtsstudium vergleichbar, die doch deutlich aufwendiger sind. Sie dauert mit 2 Stunden im Vergleich auch nicht allzu lange.

Ich konnte mich für Kurs 3 und 4 relativ gut im Selbststudium vorbereiten, allerdings ist der Besuch von mehreren LV Einheiten zu empfehlen, weil man insgesamt 12 Mitarbeitspunkte (die grundsätzlich nicht schwer zu bekommen sind) sammeln kann, die bei positivem Abschluss der Fachprüfung zum Ergebnis hinzuaddiert werden. In Kurs 3 kommt man mit grundlegenden Kenntnissen zur Kapitalwertrechnung schon sehr weit, da hier zumeist unterschiedliche Investitions- oder Finanzierungsentscheidungen unter der Berücksichtigung von Steuern beurteilt werden. Kurs 4 beschäftigt sich wieder einmal mit dem externen Rechnungswesen. Allerdings werden hier doch mehr neue Kenntnisse verlangt, als in Kurs 1.

In Kurs 5 ist der Besuch der Vorlesung auf jeden Fall zu empfehlen, da das Skriptum nur aus den Folien zur Vorlesung und einem Beispiel besteht. Ohne zusätzlichen Vortrag und Notizen hätte ich mich nur schlecht auf diesen Bereich der Fachprüfung vorbereiten können.

Gute SBWL für WIRE-Studenten

Ich würde diese SBWL noch einmal machen, wenn ich es mir ein weiteres Mal aussuchen könnte. Der Aufbau hat mir sehr gut gefallen, da man auch mit weniger Anwesenheit im Vergleich zu anderen SBWLs eine gute Ausbildung im Bereich Steuern und Rechnungslegung bekommt. Auch der Lernaufwand hat sich bei mir mit guten Vorkenntnissen in beiden Bereichen in Grenzen gehalten.

Du hast auch Rechnungslegung und Steuerlehre gemacht? Dann teile deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren!

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